
Gunter Demnig bei einer Stolpersteinverlegung am Michaelishügel. Archivfoto 2017© Stadt Hildesheim
Die Verlegungen finden öffentlich zwischen 9 und 17.25 Uhr statt (siehe Zeitplan). Interessierte sind herzlich eingeladen, insbesondere an der Gedenkstunde auf dem Andreasplatz um 11 Uhr teilzunehmen.
Von den 27 diesjährigen Stolpersteinen erinnern 23 an Hildesheimerinnen und Hildesheimer, die als Juden verfolgt wurden (davon wurden neunzehn, darunter drei „Euthanasie“-Opfer, ermordet, zwei in die Flucht ins Ausland getrieben, zwei starben 1937 beziehungsweise 1939 in Hildesheim). Drei Personen leisteten Widerstand, von denen zwei wegen Landesverrats hingerichtet wurden und einer im Strafbataillon 999 ums Leben kam. Eine Person wurde nach §175 StGB (Kriminalisierung homosexueller Handlungen) verurteilt und starb im Zuchthaus. In einer Begleitbroschüre wurden die Biografien der Betroffenen aufgezeichnet, sodass den Toten und Verfolgten mit ihren Namen und Lebensläufen ihre Würde zurückgegeben wird.
Die neuen Stolpersteine werden von 26 Patinnen und Paten aus Hildesheim und Umgebung finanziert. Jeder Stolperstein und damit jede Patin, jeder Pate bekunden damit, dass Hildesheim aus der Geschichte die Lehre gezogen hat, Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung und Verächtlichmachung Andersdenkender nicht zu dulden. Die Patenschaftsurkunden werden handwerklich und ehrenamtlich von der Druck-Offizin gedruckt. Die Stabsstelle Kultur und Stiftungen ist für die Koordination und Organisation zuständig und ermöglicht den Druck der Broschüre. Dr. Hartmut Häger hat die Biografien recherchiert, die Texte für die Begleitbroschüre verfasst und den Kontakt zu den Patinnen und Paten initiiert.
